Happy Birthday!

200 Jahre
Gelbsucht und Löwen

Gelbsucht - Unser erster Gole

Happy Birthday!

90 Jahre
Kleiner Gole

90 Jahre Kleiner Gole

200 Jahre Gelbsucht und Löwen

Vor zweihundert Jahren waren Gelbsucht und Löwen schon „im Dienst“ der Riedlinger Fasnet unterwegs. Zu der Zeit hatte sich Napoleon im Exil auf St. Helena eingelebt; Riedlingen gehörte seit gerade eben (1805) nicht mehr zu Vorderösterreich, sondern war zum Kurfürstentum Württemberg gewechselt (worden); das Land hatte einige schwierige Hungerjahre hinter sich, aber 1818 wurden die Zeiten unter König Wilhelm I. wieder besser. 1883 steht in der Chronik des Altertumsvereins, auch Setz’sche Chronik genannt: „Vor ca 65 Jahren brachte Anton Hierlinger, lediger Metzger und Radwirth hier den ersten Goliathskopf von Waldsee hierher, wie ich selbst aus seinem Munde hörte, als ich noch Kind war. Seit mehreren Jahren hat die Unsitte eingerissen, daß die Buben schon mehrere Wochen vor der Faßnacht sich, namentlich in den Vorstädten als Gole verkleidet schreiend herumtreiben. Ehemals hörte man diesen Ruf nie vorher.

 

Erst am Faßnacht Donnerstag nach beendigtem Morgengottesdienst um halb 9 Uhr sammelten sich die Buben am Fischbank in der Nähe des Radwirths Hauses und schrien unaufhörlich ABC- Rad-Done! Bis dieser endlich als Gole mit einem Seilstrungen kam und das junge Volk in der Stadt herumtrieb. Neben diesem Golekopf hatte Hierlinger auch noch einen großen Löwenkopf und einen Affenkopf. Unterm 16.-18. Lebensjahr hat es keiner wagen dürfen, als Gole, Seile oder Blatermann zu erscheinen, ohne zu riskieren, von den Buben entlarvt und heimgejagt zu werden. Komisch und doch interessant.“ Mit Hilfe der Stadtkenntnis von unserem Ehrenbürger Winfried Aßfalg lassen sich ein paar Fragen zu unserem Gelbsucht-Eintrag leicht beantworten – vielen Dank:

Der Radwirth Anton Hierlinger wohnte im heutigen Häring- Schwendele-Haus. Die Schwäbische Zeitung befindet sich also auf fasnetswichtigem Terrain – mit gewissen, zeitgeschichtlichen Verpflichtungen und wird sich zum Geburtstag von Gelbsucht und Löwen sicher nicht lumpen lassen! „Am Fischbank“ war der Verkaufsplatz am Schwedenbrunnen. „Seilstrungen“, das ist wohl eine Art Kurz-Stiel-Peitsche, wie auf diesem ältesten Gole-Foto zu sehen. Und der „Blatermann“ ist der „Saublotr-Mann“; mit der Saublotr war auch die Gelbsucht vor der „Majestätisierung“ durch einen Speer - wie der Alte und Neue Gole - ausgestattet.
Anton Hierlinger hatte einen überlebensgroßen Papiermaché-Kopf mitgebracht, mit einem asiatischen, gelben Gesichtsausdruck, starken Backenknochen, niederer Stirn und schwarzem Bart. Auf dem etwa 70 cm großen Kopf befindet sich ein Helm mit gelb-grünen Ornamenten

Bekleidet ist die Gelbsucht heute mit einem gelb-braunen Waffenrock mit Gürtel, darunter eine gleichfarbige Hose sowie schwarze Schaftstiefel. In der Gole-Ordnung von 1885 heißt es: „Ebenso sei bestimmt, daß das Kostüm der Gole und Blasenmänner anständig sei und die Blasen möglichst rein gehalten werden. Zu obigem Zweck sind vom Narrenverein 3 Blousen [Gewänder] angeschafft worden und den Blasenmännern zur Benützung empfohlen.“


Die Quellenlage zeigt in zwei Richtungen: Es gab Gole- Bräuche schon vor der Gelbsucht – trotzdem herzlichen Glückwunsch zum 200-jährigen Geburtstag, liebe Gelbsucht! Und: Wo ist der Affenkopf? Für viele, viele Narren gehören „Gelbsucht und Trauba Paule“ zusammen; von 1965 bis 2005 hat er sie bestens verkörpert. Nimmt man die bereits 13 Jahre von Thomas Pawlowski dazu, haben beide zusammen über 50 der 200 Jahre unsere Gelbsucht gemacht! Respekt! Vor Paule war es „dr Mayr Bibe“, auch mal Bernd Brunner, und die Namen Xaver Barth und Adolf Blauw fallen.

Mit der Gelbsucht kamen die Löwen

Die wilden Löwen zu bezähmen,
Das ließ man früher sich nicht nehmen,
Obwohl trotz angewandter List
Sein Leben mancher eingebüßt.
Im Altertum die großen Männer
Das waren feine Löwenkenner,
Sie führten, wie die Hunde wir,
Die Löwen mit zu Wein und Bier.
Sobald ein neuer Held geworden,
Erhielt er (statt dem jetz´gen Orden)
Ein fein dressiertes Löwenvieh
Für sein entwickeltes Genie.
So lautete einst die Parole:
„Mit heut bekommt der „Große Gole“
Für exzellente Tapferkeit
Den größten Löwen weit und breit“.

Dass man „die Löwen zu Wein und Bier“ mitführte, wird den heutigen Löwen gefallen. Sie sind eine eingeschworene Truppe, die seit „ungefähr viertausend Jahren“ fasnetsmäßig - zuvor auch als Besenweib oder Boppele - unterwegs ist.

 

Liebe Löwen,

Löwen sind wild, gefährlich, die Herrscher Afrikas - was ist das wichtigste für Euch?
Löwen sind im Herzen weich, nach außen hart. Und?
Wo die Löwen sind, ist Party! Der Storch und die Frösche gehören seit altersher zu Riedlingen. Die Löwen sind ja eher keine „hiesige“ Tierart, aber trotzdem seit 200 Jahren einheimisch.

Wie kommt´s?
Wir haben nicht nur eine, sondern zwei Fasnetswurzeln. Als treue Begleiter von Goliath sind wir mit ihm durch dick und dünn gegangen. Und die zweite: Als damals dieser „Zirkus mit dem Mohren“ in Riedlingen gastierte, schlossen sich uns zwei weitere „Kollegen“ an; die mit der hellen Mähne.

Sind das die beiden Löwen, die beim Mohr an der Kette gehen (müssen)?
Nein, da wechseln wir uns schön ab. Die wilden Löwen laufen frei rum und geben „Gas“ beim Kontakt mit den Zuschauern. Und die gemütlichen Löwen passen auf den Mohr auf, dass der gut heimkommt! Da wird der Mohr froh sein! Und vor allem seine Frau!! Wenn ich an die Löwen denke, fällt mir immer „dr Maurer
Rudi“ ein.

Ja, Rudi war so was wie das „Urvieh“ unter uns Löwen. Er hat immer für unser leibliches Wohl gesorgt im Storchen und vor allem im Karpfen, dem heutigen Löwenstadl. Ist der Name mit Euch abgesprochen – zum Jubiläum und so? Ja genau - für Bier und so.

Zurück zu Euren Vorfahren. Wer war denn die letzten Jahre alles ein Löwe?
Erpel Hoffmann, Jürgen Schoppenhauer, Sosi Knab, Manne Seidenfuß, Dieter Traub, Ralf Früh, Bernd Früh, Jo Selg, Roland Diemer, Gogo Gegier, Dieter Rehfeld, Achim Göttermann, Kai Haag, Ralf Halbherr, Ronald Grünefeld, Günter Schlesier, Walter Nacke, Rudi Maurer und als Aushilfslöwe auch Peter Hofmann.

Und Mohr?
Amtierend Ingo Remensperger, Günther Hübler, dr Frosche Lichtinger, Oli Iwold, Hansi Reichart fallen uns ein. „Wir sind Artisten“, habt ihr erzählt, weil ihr so wenig aus der Maske heraus sieht. Das Boppele hat Schere oder Saublotr, die Wäschweiber ihren Kübel… was habt Ihr?
Unseren Löwen-Schwanz. Und die kuschligen Tatzen. Keine weiteren Fragen. Wir wünschen allen Zweihundertjährigen eine super schöne Fasnet.
Viel Freid. Gole!

s'Gole-Bähnle fährt am

Fasnetssonntag ab 14 h
Fasnetsdienstag ab 14:30 h

Unser Gole-Bähnle steht wie jedes Jahr auf dem Parkplatz der Stadt- und Versteigerungshalle.

Fasnet 2018 - Das Plakat

Fasnet 2018 - Alle Termine auf einen Blick

Alle Termine der Riedlinger Fasnet 2018 (PDF-Datei als download )

Fastnacht Journal 2018

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